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Jul12

The Hunter

The Hunter

Originaltitel: The Hunter
Herstellungsland: Australien

Erscheinungsjahr: 2011
Genres: Drama
Freigabe: FSK-12
Regie: Daniel Nettheim
Schauspieler: Willem Dafoe, Sam Neill, Frances O'Connor, Sullivan Stapleton, Dan Wyllie u.a.

Martin David ist ein Söldner der besonderen Art, hat er sich doch auf die Jagd nach seltenen Tieren spezialisiert. Für einen Biotech-Konzern soll er den ausgestorben geglaubten Beutelwolf zur Strecke bringen, der sich angeblich noch in den nebligen Urwäldern Tasmaniens tummeln soll. Tatsächlich stößt David auf Spuren und gewinnt das Vertrauen einer einheimischen Familie. Dann aber muss er feststellen, dass er nicht der einzige Jäger des "Tasmanischen Tigers" ist. Und sein Konkurrent macht keine Gefangene.

- Kritik - 


Die Story-Zusammenfassung lässt Böses erahnen: Ein Söldner soll den längst ausgestorbenen tasmanischen Tiger aufspüren. Eine weitere Randnotiz im schier unübersichtlichen Subgenre des Tierhorrors? Möchte man meinen. Doch dann wirft man einen Blick auf die Besetzung und registriert irritiert, dass Kaliber wie Willem Dafoe und Sam Neill in THE HUNTER mitspielen. Auch einige Festivalkritiken lassen einen die trashig anmutende Story einstweilen vergessen. Doch wie passt das nun alles zusammen?

Ehrlich gesagt: Gar nicht. THE HUNTER ist ein klassisches Beispiel von falscher Vermarktung. Lassen Story und Cover einen ruppigen Abenteuerfilm vermuten, liegt man damit völlig falsch. Der erst zweite Spielfilm des langjährigen TV-Regisseurs Daniel Nettheim bietet zwar durchaus einige typische Elemente klassischer Abenteuer- und Survivalfilme, doch im Grunde ist es eher eine Mischung aus einem  ruhig und bedächtig inszenierten Familiendrama sowie einer intimen Charakterstudie. Man muss sich primär von seiner eigenen Erwartungshaltung lösen, um den Film überhaupt akzeptieren zu können. Dabei dominiert der wie stets glänzend aufgelegte Dafoe von Beginn an das geschehen, ist präsent und nimmt die seltene Gelegenheit, die ihm Nettheim und die Geschichte bieten, nur zu gerne wahr. Drehbuch und Regie lassen sich sehr viel Zeit, um die Figur und den Charakter des Hauptprotagonisten vorzustellen, was Dafoe im Umkehrschluss den Raum bietet, um die langsame Veränderung des vermeintlich kühlen Söldners glaubwürdig darzustellen. Ihm gelingt das auf sachte, eher unterschwellige aber stets glaubwürdige Art und Weise, die fern von jeglichem Kitsch ist, die man in Dramen häufig ertragen muss. Unterstützt wird er dabei von einem etwas verschenkten Sam Neill, dessen ambivalente Rolle zwar viel Potenzial bietet, doch aufgrund der Fokussierung auf den Dafoe-Charakter etwas zu kurz kommt.  Stilistisch überraschend sicher und angenehm zurückhaltend setzt Regisseur Nettheim auf einen Wechsel zwischen den isolierten Szenen in der Wildnis und  den Momenten im Kreis Familie, um die zwei Seiten des Jägers zu zeigen. Begleitet von einer  zwar unspektakulären aber stets guten Kameraführung fängt er dabei auch atemberaubende Landschaftsaufnahmen ein, die jedoch nie als Mittel zum Zweck missbraucht werden, sondern sich harmonisch in die unaufgeregte Dramaturgie einfügen. 

Allerdings beißen sich Prämisse und Umsetzung leider gegenseitig in den Hintern, da man eben diesen reißerischen Ansatz wählte und als Zuschauer nun berechtigt darauf wartet, dass sich die Geschichte irgendwie weiterentwickelt, dass Spannungsmomente ein- und aufgebaut werden. Doch das geschieht nicht, da man sich ohne Wenn und Aber auf den Charakter des Söldners konzentriert. Das funktioniert auch weitestgehend, erstickt jedoch jeglichen Ansatz von Acton, Dramatik oder auch Spannung im Keim. Es dauert über eine Stunde bis ein wenig Bewegung in die Sache kommt und selbst dann baut man auf diesen Ansatz nicht auf, sondern bleibt konsequent bei seinem Stil und beendet THE HUNTER ebenso unaufgeregt, wenngleich durchaus doppelbödig, wie man ihn begonnen hat. Ein durchaus unterhaltsamer und bewegender  Film, der zwei im Grunde unvereinbare Stile und Komponenten vereinbaren will und daran auch scheitert. Oder auch nicht. Vielleicht auch nur ein bisschen. Und alleine dieses in „keine Schublade stecken können“ lohnt schon das anschauen des Films. Auch wenn gerade das nicht  jedem gefallen wird. das gilt übrigens auch für den einen oder anderen CGI-Effekt am Ende.

 

- Fazit -


Ein Film der einige vor den Kopf stoßen wird, weil es eben kein Abenteuerfilm ist, sondern vielmehr eine Mischung aus ruhigem Drama  und Charakterstudie. Dank eines guten Casts, aus dem der geniale Willem Dafoe heraussticht, einer stilistisch sicheren Regie und starken Landschaftsbildern überzeugt THE HUNTER trotz einiger Längen über die ganze Laufzeit hinweg, geriet aber trotzdem mitunter etwas zäh. Trotzdem ein sehenswerter Film – wenn man sich darauf einlassen kann.

Bewertung: 6.5 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

6.0/10 Bewertung (5 Stimmen)

- DVD FACTS & EXTRAS -

 

DVD Verkaufsstart: 24.07.2012
DVD Verleihstart: 04.06.2012

Label: Ascot Elite
Verpackung: Keep Case (Amaray)

Wendecover: Ja

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: 97 Minuten

Uncut: Ja 

Ton: 
1. Deutsch (DTS, Dolby Digital 5.1)

2. Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: 
- Deutsch

Extras: 

  • Deutscher Trailer (2:10 Min.) 
  • Originaltrailer (1:36 Min.) 
  • Making of 
  • Die Story (3:19 Min.)   
  • Die Charaktere (16:58 Min.)   
  • Tasmanien (7:18 Min.)  
  • Der tasmanische Tiger (3:38 Min.) 
  • Trailershow mit Trailern zu 10 weiteren Titeln

 

Kritik: Extras
Alles ein wenig oberflächlich, dafür kompakt. So erfährt man z.B. dass sich Willem Dafoe akribisch auf seine Rolle vorbereitete. Das angebotene Material ist völlig in Ordnung und reicht aus, sich einen guten Überblick über die Produktion zu verschaffen.  Wer mehr Details möchte, dürfte aber etwas unzufrieden sein.

Bewertung: 6 | 10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

7.0/10 rating 1 vote
Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

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