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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Mai24

Valley of Love

Valley of Love

Originaltitel: Valley of Love
Herstellungsland: Frankreich, Belgien

Erscheinungsjahr: 2015
Genres: Drama
Freigabe: FSK-6
Regie: Guillaume  Nicloux
Darsteller: Gérard Depardieu, Isabelle Huppert, Dan Warner uvm.

Preis: EUR 17,99


 

Inhalt: Nach 35 Jahren sind die beiden Größen des französischen Films Isabelle Huppert und Gérard Depardieu endlich wieder auf der Leinwand vereint: Isabelle und Gérard reisen zu einer seltsamen Verabredung im Death Valley in Kalifornien. Sie leben getrennt und haben sich seit Jahren nicht gesehen. Nun folgen sie einer Einladung ihres Sohnes Michael, die sie sechs Monate nach seinem Selbstmord erhalten haben. Ungeachtet der absurden Situation entschließen sie sich, sich auf das Programm einzulassen, das Michael als eine Art Nachlass für sie entworfen hat...


 

 



- Kritik -
    

Regisseur Guillaume Nicloux gelang es nach 35 Jahren erstmals wieder zwei der vielleicht größten Namen des französischen Kinos vor die Kamera zu führen: Gérard Depardieu und Isabelle Huppert. In einem interessanten Szenarion tragen ihre Figuren auch ihre Vornamen und sind auch in der diegetischen Welt des Films, VALLEY OF LOVE, berühhmte Schauspieler, die man in Amerika, dem Handlungsort, aber nur vom Sehen kennt. Die eigentliche dritte Hauptrolle, der gemeinsame Sohn der Beiden, bliebt den ganzen Film unsichtbar...oder nicht? Im Hintergrund und den Gedanken der Protagonisten ist er stets präsent und leitet sie in ihren Schritten an. Doch was steckt dahinter? Niclouxs Fabel über Schuld, Akzeptanz, aber auch der Suche nach Liebe erscheint nun am 24. Mai von Concorde auf DVD und Blu-ray.

Es klingt alles sehr nach Drama und hartem Stoff und doch entfaltet der Film teilweise eine ganz eigene Sprache. Wenn Depardieus Figur des Nachts über die Hotelanlage läuft und dort auf ein junges, körperlich behindertes Mädchen trifft, ertappt man sich schnell bei dem Gedanken an David Lynchs Welten und Figuren zu denken. Solche Momente sind wohl sehr spärlich im Film, doch sind es diese welche dem Film mehr Substanz verleihen als nur ein "weiteres Drama" zu sein. Dabei bietet der Stoff mit zwei ehemals verheirateten Schauspielern, die sich wieder treffen und ihre Leben reflektieren schon genügend Zündstoff für interessante 90 Minuten. Dass das Ganze in Amerika spielt ist mit Death Valley als den  Handlungsort nicht immer ganz deutlich und gibt dem Schauplatz dadurch etwas universelles. Nicht der Ort ist wichtig, sondern was dort passiert oder eben nicht passiert. Denn wie Gérard fast den ganzen Film zweifelt und mit dem Zuschauer rätselt, bleibt erstmal offen was sich ihr toter Sohn von diesem Zusammentreffenan genau diesem Ort ein halbes Jahr nach der Beerdigung vorgestellt hat.

Ein Blick in die aktuelle Filmografie von Gérard Depardieu zeigt, dass der wuchtige Franzose eine unvergleichliche Produktivität an den Tag legt. Allein für das laufende Jahr 2016 kommt man aktuell auf 10 Projekte, inkl. einer Mini-Serie, für den 67-jährigen. Dabei schafft er es aber bei der Auswahl seiner Projekte weniger anspruchslosvorzugehen als das beispielsweise ein Nicolas Cage (leider) größtenteils macht. Die Rolle in diesem Film nun gibt ihm ein wenig Selbstironie mit in die Hand und zeigt doch auch wieder deutlich, dass Depardieu vor allem in den ruhigen Momenten überzeugen kann. Er muss nicht laut oder unwirsch werden.SeinKörper gibt ihm einegewisse Präsenz mit, und doch sind es seine Augen und deren Blicke, die manchmal mehr erzählen und ihm einen unverkennbaren Ausdruch verleihen.Isabelle Huppert steht ihm da in Nichts da. Überzeugend navigiert sie ihre Figur zwischen der Trauer aufgrund der scheinbaren Schuld am Tod ihres Sohnes und gleichzeitig einem eigensinnigen Stolz gegenüber ihrem Ex-Mann. Wenn zwei solch talentierte Schauspieler aus dem französischen Nachbarland aufeinandertreffen braucht es wirklich nicht mehr viel mehr.

Filmemacher Nicloux nützt in diesem Film generell wenig Mittel von "aussen" um seine Erzählung technisch zu untersützen. Musik wird sehr spärlich eingesetzt, dann aber sehr wirksam, wenn die schweren, melancholischen, teilweise vielleicht sogar mysteriösen Klänge des klassischen Stückes "The unanswered question"- was trefflich auch vom Titel her zum Film passt - von Charles Ives erklingen. Sie geben schon dem Filmbeginn eine ganz eigene Stimmung mit. Deuten an, dass es sich vielleicht nicht nur um ein weiteres schweres Drama handelt und das es mehr unter der Oberfläche zu entdecken gibt, als es beim ersten Anblick den Anschein macht. 

 

- Fazit -  

Wie ein heisser Sonnentag. Alles scheint etwas schwerer vonstatten zu gehen. Jeder Schritt dauert länger als sonst. Guillaume Nicloux und seine beiden Hauptdarstellern begeben sich in einen heissen amerikanischen Nationalpark ohne, wie der Zuschauer zu wissen, was als nächstes passieren wird und was das Ziel ist. Dies ist keineswegs negativ gemeint! Der Film setzt auf seine Figuren und die leisen Momente zwischen ihnen. Er stellt die Fragen des Lebens ohne direkt eine Antwort darauf zugeben.So lässt einen auch das Ende selbst entscheiden über das Gesehen zu urteilen.

Wertung: 7|10

Durchschnittliche Userbewertung

8.5/10 Bewertung (2 Stimmen)

 

- BD FACTS UND EXTRAS -

 

BD Verkaufstart: 24. Mai 2016
BD Verleihstart: 24. Mai 2016

Publisher: Concorde Home Entertainment

Verpackung: Keep Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 91 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (DTS-HD 5.1)
2. Französisch (DTS-HD 5.1)
3. Französisch (DTS-HD 2.0)

Untertitel:
- Deutsch für Hörgeschädigte

Extras: 

  • Deutscher Kinotrailer
  • Original-Kinotrailer
  • Featurette

Kritik Extras
Hinter dem Featurette verbrigt sich ein rund 15-minütiges Interview mit dem Regisseur. Er erzählt über seine Arbeitsweise und den Zugang zum Film. Interessant, aber auch neben den Trailer leider mal wieder das einzig brauchbare Boni der Disc.

Wertung: 4|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

4.0/10 rating 1 vote
Manuel Föhl

Manuel Föhl

   

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