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House of Cards [Serie]

House of Cards [Serie]

Originaltitel: House of Cards
Herstellungsland: USA

Erscheinungsjahr: 2013
Genres: Drama
Freigabe: FSK 12
Darsteller: Kevin Spacey, Robin Wright, Michael Kelly, Kristen Connolly, Kate Mara u.a.

Willkommen im Löwenkäfig Washington D.C.: Für seine politische Karriere ist der machtgierige Kongressabgeordnete Francis Underwood (Kevin Spacey) zu fast allem bereit. Als der neu gewählte US-Präsident Walker ihm das bereits fest versprochene Amt des Außenministers verwehrt, sieht Underwood rot. Angetrieben von seiner nicht minder berechnenden ehrgeizigen Ehefrau Claire (Robin Wright), spinnt der gut vernetzte Underwood eine heimtückische Intrige gegen die Regierung. Mithilfe der aufstrebenden Jungjournalistin Zoe Barnes (Kate Mara) bringt er Regierungsinterna an die Öffentlichkeit, torpediert dabei die von Präsident Walker vollmundig angekündigte Bildungsreform und drängt den angehenden Außenminister aufs Abstellgleis. Das Weiße Haus steht plötzlich ziemlich schlecht da und ist dringend auf die Hilfe eines erfahrenen und loyalen Politprofis angewiesen - einem wie Underwood eben!

- Kritik -

Obwohl  HOUSE OF CARDS nun wahrlich genügend Gründe liefert, um direkt über die Serie und deren Qualitäten zu sprechen, kommt man nicht umhin, zuerst auf die besonderen Strukturen und Entstehung der Serie einzugehen. Nicht nur, dass große Namen wie David Fincher oder Joel Schumacher an der Umsetzung beteiligt waren, und mit Kevin Spacey – der auch als einer der Produzenten fungiert – einer der ganz Großen seines Fachs als Hauptdarsteller verpflichtet werden konnte: Die Politserie könnte einen Wendepunkt für eine ganze Branche sein und lässt Rückschlüsse auf die Zukunft des Formats "Serie" zu.

Produziert wird HOUSE OF CARDS von „Netflix“, einem Unternehmen, das ursprünglich als Online-Videothek an den Start gegangen war. Die Firma sicherte sich die Rechte an dem Format in einem Bieterstreit und setzte sich gegen namhafte und zahlungskräftige Konkurrenz wie „HBO“ durch und bestellte umgehend zwei Staffeln mit 26 Folgen und ließ sich dieses Paket etwa 100 Millionen Dollar kosten. Das an sich wäre schon durchaus bemerkenswert, doch „Netflix“ produzierte das Format nicht, um es anschließend einem TV-Sender zur Erst-Ausstrahlung zu überlassen, sondern stellte alle 13 Episoden der Serie komplett – natürlich kostenpflichtig – online. Der zahlende Kunde musste also nicht wie üblich eine Woche warten, bis er die nächste Folge sehen konnte. Auch Sommerpausen oder Senderwillkür brauchten „Netflix“-Kunden nicht zu befürchten. Und mit dieser Maßnahme stellte das Unternehmen die ganze Branche auf den Kopf – wie man hört mit Erfolg, auch wenn offizielle Zahlen bislang fehlen.

Dabei ist HOUSE OF CARDS kein gänzlich neuer Stoff, sondern basiert lose auf dem Roman Das Kartenhaus von Michael Dobbs, der bereits als Vorlage für die dreiteilige  „BBC“-Miniserie diente, die zwischen 190 und 1995 ausgestrahlt wurde. Die „Netflix“-Serie greift einige Elemente der britischen Vorlage auf, arbeitet sie aber geschickt auf die amerikanischen Verhältnisse um und wirkt über weite Strecken, trotz einiger dramaturgischer Notwendigkeiten, sehr glaubwürdig und realistisch. David Fincher holte als Story-Entwickler Beau Willimon an Bord, der schon an Kampagnen für Hillary Clinton mitgearbeitet hatte und das Geschäft dementsprechend gut kennt.  Seine Erfahrungen in der Politik verarbeitete er zuvor in dem Theaterstück Farragut North, welches wiederum die Vorlage für den George-Clooney-Film THE IDES OF MARS – TAGE DES VERRATS (2011) war. 

Doch Entstehungsgeschichte hin, prominente Verantwortliche her: Besitzt HOUSE OF CARDS genügen Qualitäten um sich am stark umkämpften Serienmarkt durchzusetzen? Und da kann man nur mit einem donnernden „JA“ antworten. Dabei ist es in erster Linie gar nicht die geschickt erzählte und aufgebaute Story, sondern die bewusste Abgrenzung von klassischen Mustern, so dass der Zuschauer nie wirklich weiß, was als nächstes passieren wird. In der Serie gibt es kein „Gut“ oder „Böse“, alles verwischt, verändert sich,  bleibt in Bewegung. Dieser Ansatz wäre jedoch ohne den passenden Cast zum Scheitern verurteilt, doch  auch in diesem Punkt kann das Format punkten. Kevin Spacey ragt natürlich aus der bestechenden Besetzung heraus und überzeugt als skrupelloser und gewissenloser Polit-Profi, der nur an seinen eigenen Vorteil denkt, ebenso, wie als charmante, eloquente und witzige Identifikationsfigur. Viele Schauspieler wären an diesem Spagat gescheitert, doch Spacey besteht diesen Balanceakt mit beeindruckender Lässigkeit. Doch die schauspielerische Klasse von HOUSE OF CARDS nur an Spacey festzumachen, wird dem Rest nicht gerecht, denn selbst kleinste Nebenrollen wurden herausragend besetzt, wobei Robin Wright und Corey Stoll nicht unerwähnt bleiben dürfen.  Getreu der Romanvorlage baut sich der Spacey-Charakter Underwood ein Kartenhaus auf, welches von Folge zu Folge mehr einzustürzen droht, so dass man als Zuschauer hin- und hergerissen ist. Denn aufgrund seiner Taten wünscht man der Figur nur das Schlechteste, doch gleichzeitig wünscht man sich, dass er seinem Ziel näher und näher kommt. Diese Ambivalenz ist neben der cleveren Story und der brillanten schauspielerischen Leistungen die große Stärke des Formats.

Gänzlich makellos ist jedoch auch HOUSE OF CARDS nicht. So wirken einige Story-Schlenker zu deplatziert, wobei man diese Ausflüge vielleicht wirklich benötigt, um den Charakteren näher zu kommen. Trotzdem wirken diese Elemente in der ansonsten sehr zielstrebig umgesetzten Story etwas fremd und unnötig. Zudem wird auch das Durchbrechen der vierten Wand, also der direkten Kontaktaufnahme zu Publikum, unterschiedlich gut eingebaut. In guten Momenten ist es ein belebendes Element, in schlechten wirkt es etwas verkrampft und gezwungen. Aber, und das sei ausdrücklich betont: Diese Punkte gleichen dem Suchen einer Nadel im Heuhaufen, denn im Gesamtpaket bietet die Serie exzellente, intelligente Unterhaltung auf allerhöchstem Niveau und braucht sich vor herausragenden Formaten wie Scorseses BOARDWALK EMPIRE nicht zu verstecken. Wer will da noch ins Kino?

 

- Fazit -

Ganz, ganz großes Kino – und das als Serie. HOUSE OF CARDS bietet eine intelligente, clever erzählte  Geschichte, exzellente schauspielerische Leistungen und lässt den Zuschauer nie wissen, was er von der Handlung und den Figuren erwarten darf. Kleinere Mängel fallen kaum ins Gewicht und wurden teilweise sogar schon während der ersten Staffel korrigiert. Beste Unterhaltung für diejenigen, die gute Geschichten und glaubwürdige Figuren mögen.

Wertung: 9|10

Durchschnittliche Userbewertung

7.9/10 Bewertung (10 Stimmen)

 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verleihstart: 17. Dezember 2013
DVD Verkaufstart: 17. Dezember 2013

Publisher: Sony Pictures

Verpackung: Digipak
Wendecover: Nein

Bild: 2,05:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 647 Minuten
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: 
- Deutsch
- Englisch
- Englisch für Hörgeschädigte
- Hindi (Indisch)
- Türkisch
- Sonstige

Extras
nicht bekannt

Kritik Extras
Uns lag ein presse-Screener ohne Bonusmaterial vor, daher entfällt eine Bewertung.

Wertung: x.x|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

8.5/10 Bewertung (2 Stimmen)
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