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Mär31

Xanadu - Staffel 1

Xanadu - Staffel 1

Originaltitel: Xanadu
Herstellungsland: Frankreich
Erscheinungsjahr: 2011
Genre: Drama, TV-Serie
Freigabe: FSK-16
Regie: Jean-Philippe Amar, Daniel Grou
Darsteller: Jean-Baptiste Malartre, Julien Boisselier, Nathalie Blanc, Swann Arlaud, Nora Arnezeder u.a.

Die Familie Valadine produziert seit Jahrzehnten Pornofilme. Doch das goldene Zeitalter des Erotikfilms ist vorbei. Der Markt, das Geschäft und auch die Filme werden härter. Doch Vater Alex Valadine will sich nicht den neuen Gesetzen der Branche beugen und kollidiert so mit seinen Söhnen, der nächsten Generation der Pornofilmer. Das Familienimperium zerbricht an den Folgen von Intrigen und Korruption. Eine Welt in der Liebe und Hass, Sex und Gewalt sich noch nie näher waren. Doch als sich die Emotionen in einem blutigen Inferno entladen, wird die Familie auf ihre größte Probe gestellt.

- Kritik -


Um Missverständnisse zu vermeiden: Die französische Serie XANADU hat nichts mit dem gleichnamigen Musical-Film mit Olivia Newton-John zu tun. Im Gegenteil: Größer könnten die Unterschiede nicht sein. Auf der einen Seite der naiv-bunte Gute-Laune-Streifen, und auf der anderen Seite diese dramatische Reihe rund um eine dem Untergang geweihte Firma, deren Familie ihr Geld im Pornobusiness verdient. Und hier muss das zweite Missverständnis aus der Welt geschafft werden: Wer billige und plakative Unterhaltung mit Fremdschäm-Garantie erhofft, dürfte schwer enttäuscht sein, denn XANADU bietet alles, aber sicherlich nicht voyeuristische Einblicke ins Milieu.

Dabei gibt es reichlich nackte Haut zu sehen: Während in US-Filmen und den meisten Serien schon ein blanker Busen reicht, um die Sittenwächter in helle Aufregung zu versetzen, werden männliche und weibliche Geschlechtsteile hier so beiläufig und unspektakulär gezeigt, dass man sie teilweise gar nicht wahr nimmt – und das ist pure Absicht. Regisseur Daniel Grou macht schon im Pilotfilm deutlich, dass er Sex nur als das darstellen will, was es im Pornobusiness ist: Eine blanke Mechanik, ohne Gefühl  und nach Terminplan inszeniert. Trotz der Tatsache, dass Drehbuch, Regie und Darsteller wenig Hemmungen haben, Dinge zu zeigen oder auch sprachlich auf den Punkt zu bringen, wird der Handlungsort Porno nie benutzt, um bewusst voyeuristische Anforderungen zu erfüllen. Im Grunde handelt es sich um eine tragische Familiengeschichte, die ebenso in der Mode- oder jeder anderen Branche spielen könnte. Es passt nur sehr schön ins Konzept, dass das Pornobusiness ebenso in Schwierigkeiten geraten ist und sich neu orientieren muss, wie die Familie, um die es in XANADU geht.

Trotz der Tatsache, dass die Serie innerhalb ihrer 8 Folgen einer klar umrissenen Storyline folgt, die in jeder Episode die Fäden der bisherigen Handlung aufnimmt, nehmen sich Drehbuch und Regie immer wieder die Zeit, die reine Geschichte zu verlassen, um die Charaktere genauer zu beschreiben und Rückblicke einzubauen, die die im Hintergrund stets vakante Frage um den mysteriösen Tod von Elise – der Frau der Senior-Chefs – langsam aber sicher auflöst. Was jedoch besonders prägnant und positiv auffallend ist: Die Karten werden immer wieder neu gemischt, weil sich die Figuren glaubwürdig ändern und Konsequenzen aus ihren Taten und Erlebnissen ziehen. Das wirkt nur konsequent, aber nie konstruiert, oder dem reinen Effekt zuliebe eingebracht. Das Erzähltempo ist langsam, aber nicht behäbig, da die Dramatik von den Figuren ausgeht und nicht so sehr durch die Geschichte, die gar nicht sonderlich innovativ oder raffiniert ist. Die Serie lebt von seinen Charakteren, die nicht nur exzellent geschrieben, sondern auch kongenial besetzt wurden. Visuell unterscheidet sich XANADU deutlich von US- oder anderen europäischen Serien und hat seinen ganz eigenen, mitunter fast schon surrealen Stil, dessen Bilder mitunter eine fast schon hypnotische Wirkung entfalten – wobei die Gegensätze nicht größer sein könnten: Weichzeichner-Optik in bester Hamilton-Manier folgen überraschend explizit gefilmte Gewaltszenen. Der fast schon melancholischen Grundstimmung passt sich der stimmige Soundtrack bestens an.

Es gibt fast bis nichts zu meckern an dieser extrem mutigen Serie, die groteskerweise mehr oder minder unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf Arte im Spätprogramm ausgestrahlt wurde. Man könnte allenfalls anmerken, dass Grou sich in wenigen Momenten zu sehr in seiner eigenen Bildersprache verliert und im Anschluss zu bewusst den stärksten Kontrast zu diesem visuellen Kontrollverlust sucht. Aber das ist meckern auf ganz, ganz hohem Niveau. Und einmal mehr stellt sich die Frage, warum so gutes Fernsehen in Deutschland nicht möglich ist bzw. die absolute Ausnahme ist. Es ist fast schon beschämend, wie schlecht die deutschen Produktionen im Vergleich zu XANADU oder einem Teil der US-Serien abschneiden. 

 

- Fazit -

Ein Kleinod in der ansonsten eher durch Action- und Thriller-Serien geprägten Fernsehlandschaft. In XANADU wird eine tragische Familiengeschichte aufgearbeitet und lässt dramaturgisch, schauspielerisch und optisch keine Wünsche offen.  Wer sich aufgrund des Anstrichs „Porno“ eine reißerische Erzählung erhofft, dürfte enttäuscht werden, denn Regie und Drehbuch lassen sich Zeit und konzentrieren sich völlig auf die Figuren. Das ist nicht nur große, sondern ganz große, europäisches TV-Unterhaltung, der man allenfalls vorwerfen kann, dass sie sich an ihrer eigenen Klasse bisweilen berauscht.

Bewertung: 9 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

5.1/10 Bewertung (8 Stimmen)

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verkaufsstart: 08.03.2012
DVD Verleihstart: 08.03.2012 

Label: Sunfilm Entertainment
Verpackung: Kepp Case (Amaray)
Wendecover: Nicht bekannt

Bild: 1,78:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 384 Minuten
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Französisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
- Deutsch

Extras:
keine 

Kritik Extras:
Nichts, und das ist äußerst bedauerlich und auch nicht nachvollziehbar. Schließlich gäbe es ja schon alleine durch die Website genügend Material. Das beiliegende Booklet konnten wir nicht einsehen, da uns ein Screener ohne dieses Material vorlag.

Bewertung: 0 | 10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

0.0/10 Bewertung (0 Stimmen)
Tobias Hohmann

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