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Okt01

Rivals

Rivals

Originaltitel: Les Liens du sang
Herstellungsland: Frankreich
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Thriller
Freigabe: FSK-16
Regie: Jacques Maillot
Darsteller: Francoit Cluzet, Guillaume Canet u.a.

Gabriel will nach einer zehnjährigen Haftstrafe ein neues Leben anfangen. Sein jüngerer Bruder Francois arbeitet inzwischen bei der Kriminalpolizei. Dieser hilft ihm nur widerwillig bei der Jobsuche, bietet ihm aber eine Bleibe in seinem Haus an. Gabriel versucht mit seinem Kumpel Paulo ein Imbisslokal aufzubauen, aber die vom Bürgermeister ersprochene Unterstützung bleibt aus. Gabriel nutzt wieder seine kriminellen Verbindungen, um sich und seiner Verlobten Nathalie, Kassiererin im Supermarkt, ein besseres Leben bieten zu können. Francois gerät im Kommissariat wegen seines Bruders unter Druck, der wegen eines Einbruchs beschattet und verdächtigt wird. Francois verliebt sich in Corinne. Er hat ihren Mann José ins Gefängnis gebracht. Corinne will sich von José trennen und mit Francois zusammenleben. Als Francois erfährt, dass sein Bruder tatsächlich an einem schwerwiegenden Verbrechen beteiligt ist, kündigt er aus Gewissengründen seinen Job bei der Polizei. Aber Francois gerät selber in große Gefahr. Der eifersüchtige José will ihn umbringen. Nun versucht Gabriel seinem Bruder zu helfen...

- Kritik -


Frankreich, du liebes Frankreich. Ein Land, welches unter Filmfans seit jeher einen hohen Status genießt, da es wohl kein anderes europäisches Land gibt, welches die Filmlandschaft so nachhaltig prägte und noch immer prägt, wie jenes. Die Franzosen scheuen nicht davor zurück unbequeme Stoffe zu thematisieren, sind oftmals nicht zimperlich in der Gewaltdarstellung und verzichten des Öfteren auch gern mal auf ein Happy End. Simpel ausgedrückt: Man spürt einfach, wenn man einen französischen Film vor sich hat, da sie ihre ganz eigene Note versprühen. Speziell der Polizeifilm hat in Frankreich eine lange Tradition. Man erinnert sich noch zu gerne daran, als Kerle wie Belmondo oder Ventura ihre Marke zückten. Doch auch in den letzten Jahren präsentierte uns das schöne Frankreich Perlen wie "MR 73", "Tödliche Rivalen" oder "Crossfire". Der vorliegende "Rivals" will sich in die lange Liste guter und interessanter Polizeifilme einreihen.

Der Anfang von "Rivals" ist ziemlich stimmungsvoll, da Regisseur Maillot es wirklich gut verstand, die siebziger Jahre wieder auferstehen zu lassen. Die Kleidung, Autos, sowie das Styling der Schauspieler atmen ohne wenn und aber das Jahrzehnt, in welchem der Film angesiedelt ist. Ausstattungsmäßig ist der Film wirklich gelungen und nicht zuletzt auf Grund eines passenden Soundtracks, welcher sich damaliger Hits bedient, fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt. Die simple und oft genutzte Geschichte um zwei Brüder, welche verschiedene Wege einschlugen (der eine Cop, der andere Verbrecher) lässt vermuten, dass man einen Film ähnlich "Departed" oder "Helden der Nacht" serviert bekommt, doch weit gefehlt. Maillot inszeniert seinen Film sehr zurückhaltend, beschäftigt sich viel mit den Charakteren, lässt viele Einstellungen lange laufen und streut immer wieder Melancholie in das Geschehen ein.

Was prinzipiell eine nicht zu verachtende Herangehensweise wäre, wenn die Handlung nicht derartig abgegriffen wäre und die Charaktere nicht solche Retortenmenschen wären, was dafür sorgt, dass sie wie leere Hüllen wirken, anstatt auf emotionaler Basis zu bewegen. Das wiegt umso schwerer, da die darstellerischen Leistungen wirklich mehr als gelungen sind. Canet, welcher mit seinen zarten jugendlichen Zügen an James Franco erinnert, spielt seine Rolle ebenso gelungen wie Filmbruder Cluzet. Beide bekommen starke Momente, die mitunter sehr intensiv wirken, da sie stets sehr natürlich und manches Mal geradezu zurückhaltend spielen, anstatt ihn nerviges und eitles Overacting zu verfallen. Sie versuchen das Maximum aus den leider so langweiligen Charakteren herauszuholen, können jedoch nicht retten, was schon verloren war. Auf der einen Seite der gutmütige Jungspund, der an seiner Sensibilität zu zerbrechen droht und auf der anderen Seite der angeblich rehabilitierte Gangster, welcher wieder rückfällig wird, da er angeblich nie eine Wahl hatte. Das kennt man. Davon hat man einfach genug. Und speziell angesichts der tollen darstellerischen Leistungen ärgert man sich, dass ausgerechnet dieser Film davon Gebrauch machen muss.

Maillot will den Zuschauern seine Charaktere näher bringen, wozu er sich vieler stiller Momente bedient, welche alle diese, bereits erwähnte, Melancholie gemeinsam haben. Wären die Charaktere und die gesamte Handlung interessanter, so hätte ein fabelhafter Film aus "Rivals" werden können. Aber so wie er ist, kann man ihm höchstens attestieren, ambitioniert zu sein. Ein richtiger inszenatorischer Fehlgriff sind allerdings die beiden in die Handlung integrierten Liebesgeschichten, welche, wie könnte es anders bei solch einer klischeehaften Handlung sein, unter keinem guten Stern stehen und sogar zu einem tragenden Element des Films werden wollen, was nicht funktionieren will. Wie man bereits gemerkt hat, sollte man nicht dem reißerischen Cover und Werbezitat zum Opfer fallen, welches doch glatt davon spricht, dass "Rivals" ein "cooler Polizeithriller" sei, welcher so spannend ist, wie die Filme von Delon und Belmondo zu ihren besten Zeiten. Das stimmt nicht, da Regisseur Maillot soetwas auch nie im Sinn hatte.

 

- Fazit -

"Rivals" ist ein zähes Werk geworden, welches sich eines klischeebehafteten Storygerüsts bedient und nur durch die hervorragenden Darsteller einen gewissen Reiz versprüht. In diesem Segment hat Frankreich schon sehr vieles besseres geleistet...

Bewertung: 5 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

5.8/10 Bewertung (4 Stimmen)

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verleihstart: -
DVD Verkaufstart: Im Handel

Label: Ascot Elite
Verpackung: Keep Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Französisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: 
- Deutsch (jedoch nicht für die umfangreichen Making Ofs)

Bild: 2.35:1 
Laufzeit: ca. 103 Minuten
Uncut: Ja

Extras
  • Trailer
  • Making Of
  • Zwei Brüder und ein Film

Kritik Extras
Die Extras sind mit weit über 100 Minuten sehr umfangreich. Es gibt zwei lange Videos, welches das Geschehen hinter den Kulissen sehr eindringlich auf Band festhalten. Besonders hervorzuheben sind lange Close-Ups auf die Darsteller, wenn sie sich beispielsweise auf eine Szene vorbereiten. Jedoch beging Ascot Elite einen Fauxpas, welcher eigentlich nicht wieder gut zu machen ist: Alles ist auf französisch. Ganz ohne Untertitel. Hierfür zwei Punkte abzug...

Bewertung: 6 | 10

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Giuliano Bertini

Giuliano Bertini

   

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