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Jan05

The Frozen Ground

The Frozen Ground

Originaltitel: The Frozen Ground
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2013
Genres: Thriller
Freigabe: FSK 16
Regie: Scott Walker
Schauspieler: Nicolas Cage, John Cusack, Radha Mitchell, Vanessa Hudgens, Jodi Lyn O'Keefe u.a.

Der nach außen harmlos erscheinende Robert Hansen (John Cusack) führt ein Doppelleben. Seit mittlerweile 13 Jahren macht er die Straßen von Anchorage als bestialischer Serienkiller unsicher. Der Familienvater liebt es, wehrlose Frauen in der eisigen Wildnis von Alaska auszusetzen, um sie anschließend zu jagen und so zu töten. Auf diese Weise hat er schon acht Frauen auf dem Gewissen. Doch mit der wachsenden Zahl der gefundenen Leichen kommt State Trooper Jack Halcombe (Nicolas Cage) dem perfiden Killer langsam auf die Schliche. Und dann wird Hansen unvorsichtig; die 17-Jährige Cindy Paulson (Vanessa Hudgens) entwischt ihm und läuft dem Gesetzeshüter in die Arme. Bei Halcombe fühlt sich die junge und verzweifelte Frau sicher. Für ihn ist sie der Schlüssel zur Aufklärung der Mordserie und Halcombe hat nur noch ein Ziel vor Augen: Den eiskalten Killer zur Strecke zu bringen...

- Kritik -

Basierend auf wahren Begebenheiten, erzählt Scott Walker´s dramatischer Crime-Thriller "The Frozen Ground" die Geschichte des US-amerikanischen Serienmörders Robert Christian Hansen, der in den Siebzigern und Achtzigern Jahren zwischen 17 und 21 junge Frauen in und um Anchorage verschleppte, missbrauchte sowie gar mit seinem Kleinflugzeug an einen entlegenen Ort in der Wildnis Alaskas brachte. Eine entscheidende Frage bei einem solchen Werk ist natürlich, auf der Basis welcher Herangehensweise das geneigte Publikum letzten Endes in einem vernünftigen Maße zufrieden gestellt werden soll – etwa da das Schicksal Hansons weitläufig bekannt ist (nach seiner Verhaftung wurde er im Februar 1984 zu Lebenslänglich plus 461 Jahre Gefängnis ohne einer Chance auf Bewährung bzw. Begnadigung verurteilt) und es in jüngerer Zeit zudem ja eine beträchtliche Anzahl ähnlich gearteter Veröffentlichungen zu verzeichnen gab. Inszeniert von einem Debütanten, mit den beiden aufgrund ihrer inzwischen recht uninspirierten Projekt-Auswahl durchaus als gebrandmarkt geltenden Mimen Nicolas Cage und John Cusack in den Hauptrollen aufwartend, maßgeblich von Curtis "50 Cent" Jackson´s "Cheetah Vision"-Schmiede produziert sowie in nur wenigen Lichtspielhäusern dieser Welt gezeigt, erweckt der Streifen auf den ersten Blick weder allzu hohes Vertrauen noch sonderlich große Vorfreude – entpuppt sich unter Strich aber dennoch als weitestgehend solide Kost, die vorrangig Fans des betreffenden Genres zu empfehlen ist.



1983 gelingt es der jugendlichen Prostituierten Cindy (Vanessa Hudgens), sich aus der Gewalt eines Mannes zu befreien, der sie zuvor entführt, gefangen gehalten sowie brutal vergewaltigt hatte. Den örtlichen Cops gegenüber gibt sie zu Protokoll, dass es sich bei dem Täter um den verheirateten Familienvater Robert Hansen (Cusack) handelt – bloß ist der ein gleichermaßen geschätztes wie angesehenes Gemeinde-Mitglied und vermag darüber hinaus auch noch ein verlässlich anmutendes Alibi vorzuweisen. Parallel dazu arbeitet der engagierte State Trooper Jack Halcombe (Cage) an dem Fall einer kürzlich gefundenen Frauenleiche, welche er als ein weiteres Opfer einer bislang unaufgeklärten Mordserie betrachtet. Als ihn der anonyme Tipp eines Kollegen auf die Aussage Cindys hinweist, fallen dem gestandenen Ermittler, der seiner Frau (Radha Mitchell) und Tochter (Clara Danielle Engstrom) zuliebe eigentlich in knapp zwei Wochen den Job zu wechseln gedenkt, prompt die markanten Gemeinsamkeiten zwischen den Verbrechen auf: Die erste
heiße Spur in der Sache – obgleich an sich noch fern von hieb- und stichfest. Überzeugt von der Glaubwürdigkeit Cindys, beginnt er damit, Robert´s Alltag, Leben und Vergangenheit genauer zu beleuchten – mit gedeihlichem Erfolg, u.a. da er im Zuge dessen auf eine schon länger zurück liegende Verurteilung stößt, die damals zwar aus einem minder schweren, nichtsdestotrotz artverwandten Delikt hervorging. Der Verdächtige selbst bekommt davon kaum etwas mit – und so nimmt jener stracks die nächste Teenagerin (Gia Mantegna) ins Visier, während sich Jack emsig darum bemüht, die seitens der Menschen und Behörden enttäuschte sowie überdies erneut ins Rotlicht-Milieu abgetauchte Cindy doch noch als Zeugin zu gewinnen. Als sich Robert schließlich der sprichwörtlichen Schlinge bewusst wird, die sich zunehmend enger um ihn herum zusammenzieht, begibt er sich sogleich daran, seine Fährte zu verwischen sowie Cindy nun endgültig nach dem Leben zu trachten.



"The Frozen Ground" leidet in erster Linie darunter, dass Geschehnisse wie die vorliegenden bereits relativ häufig filmisch aufgearbeitet wurden - und es Scott Walker innerhalb dieses Rahmens weder von seinem selbst verfassten Skript noch der entsprechenden Umsetzung her geglückt ist, der Materie einen wirklich inspiriert-originellen Ansatz abzugewinnen, ganz im Gegensatz etwa zu Spike Lee und David Fincher ihrer zeit. Unabhängig dessen, dass er sich vorwiegend an den real zugetragenen Ereignissen orientierte, schwören viele der gebotenen Eigenheiten den Eindruck altbekannter Klischees herauf: Dem drängenden Wunsch seiner Familie folgend, steht Jack unmittelbar vor der Annahme einer anderen Stelle - doch fordert ihm gerade dieser finale Auftrag nahezu seine gesamte Kraft und Entschlossenheit ab, zumal es für ihn dabei auch diverse Widerstände aus den eigenen Reihen zu überwinden gilt wohingegen Hanson in den Augen der Öffentlichkeit als ein unbescholtener Bürger, Ehemann und Vater angesehen wird, dem wohl kaum das zuzutrauen ist, was ihm eine mittellose, minderjährige und zudem eventuell gar drogensüchtige Prostituierte vorwirft. Es dauert keine 25 Minuten, bis letzterer dem Zuschauer als der gesuchte Vergewaltiger und Mörder offenbart wird: Demgemäß entfaltet sich die Story primär auf die Anstrengungen Jacks fokussiert, rechtzeitig genügend konkrete Beweise gegen ihn zusammenzutragen, bevor er ein weiteres Mal zuschlägt. Dies geschieht inklusive all der üblichen Frustrationen, Zuspitzungen und Fortschritte - bis hin zu dem Moment, in welchem der Täter einen entscheidenden Fehler begeht: Ein klassisches Ablaufschema, nicht nur im Bereich von "True Crime"-Adaptionen.



Was dem Werk unverkennbar zugute kommt, ist seine Konzentration auf die Figur der Cindy - jener verängstigen Entkommenen, die Jack nicht aufzugeben bereit ist - denn nachdem man ihr eingangs keinen wahren Glauben schenkt, rutscht sie stracks noch tiefer in bestimmte geprägte selbst-zerstörerische Kreise ab. In Gestalt einer tollen, mehrschichtigen Performance meistert Vanessa Hudgens den Part mit Bravour. Obendrein herrscht sowohl eine ersprießliche Dynamik als auch Chemie zwischen ihr und Nicolas Cage - wobei der von ihm verkörperte Jack Halcombe übrigens eine rein fiktive Person ist. Cage agiert hier angepasst zurückhaltend und ruft innerhalb des betreffenden Kontexts keinerlei Anlass zur Klage hervor: Rolle und Darbietung sind beidesamt als „solide“ einzustufen – worüber hinaus anzumerken ist, dass er sich in diesem Fall sichtlich mehr Mühe gegeben hat als zuletzt des Öfteren. Sein "Con Air" Co-Star John Cusack verkörpert seinen Widersacher indes in etwa gleichermaßen anständig: Anders als in Lee Daniels "The Paperboy" agiert er im Vorliegenden deutlich in sich gekehrter - schließlich ist Hanson sozusagen ein Wolf im Schafspelz, der seine abstoßend-grausamen Taten plant und durchführt, während er im Alltag ein falsches Lächeln Schrägstrich Bild nach außen trägt. Zwar hat man ähnliche Killer definitiv schon besser gespielt gesehen - doch vermochte mich Cusack dennoch weitestgehend zufrieden zu stellen. Unterdessen wird eines seiner Opfer von Gia Mantegna rundum überzeugend portraitiert, fällt Curtis Jackson als Cindy´s Zuhälter vor allem aufgrund seiner miesen Frisur auf, wurde Radha Mitchell  als Jack´s Gattin angrenzend umfassend verschenkt und haben gestandene Akteure wie Kevin Dunn , Dean Norris und Jodi Lyn O´Keefe dank ihrer gelieferten Leistungen dafür gesorgt, dass die verbliebenen Cast-Reihen überwiegend kompetent ausgefüllt anmuten.



Walker´s Vorlage krankt an der Vertrautheit der Handlung, ihrer fehlenden psychologischen Tiefe sowie der Gegebenheit, dass der Streifen das zugehörige Sub-Genre in keinerlei Weise irgendwie bereichert - und so fühlt man sich beim Sichten gelegentlich eher an thematisch verwandte Fernseh-Serien á la "Criminal Minds" als an spezielle prominente Vorbilder erinnert. Einige Schwächen auf dem Gebiet der Logik und Glaubwürdigkeit sind durchaus noch zu verschmerzen - doch wirkt ein Plot-Strang gegen Ende, der Cindy erneut in Lebensgefahr bringt, unnötig überdramatisiert und aufgesetzt. Grundsätzlich ist es so, dass die sich um sie, Hanson sowie die Ermittlungs- und Überzeugungsarbeit Jacks rankenden, sich parallel zueinander entfaltenden Bahnen der Geschichte u.a. für ein passables Maß an Abwechslung sorgen: Langweilig wird es zu keiner Zeit, sonderlich aufregend aber ebenfalls nie. In seiner Funktion als Regisseur ist es Walker gelungen, eine kalte, ungemütliche Atmosphäre heraufzubeschwören – sei es in den Straßen von Anchorage oder der umliegenden Wildnis Alaskas. Die Kamera-Arbeit Patrick Murguias ist hochklassig - doch kommen die kreierten Schnittfolgen ab und an ein wenig zu rasch geartet daher und hätte der Score Lorne Balfes gern geringfügig zurückhaltender ausfallen dürfen. Einerseits ist die Entscheidung Walkers, auf das Aufzeigen allzu expliziter Gewaltakte zu verzichten, eine absolut löbliche - andererseits wird aber genau dadurch der erzeugte Eindruck von gehobener TV-Kost in Spielfilmlänge nur noch einmal weiter verstärkt. Wirklich beklemmend-intensive Momente sucht man nahezu vergebens - einzig die Schilderungen Cindys sowie das Schicksal eines anderen Mädels gehören dieser Kategorie an. Abschließend ist an dieser Stelle noch zu erwähnen, dass mir das finale Verhör zwischen Jack und Robert wahrhaft prima zugesagt hat - wohingegen man definitiv darauf hätte verzichten sollen, die am Ende eingeblendeten Namen und Fotos der echten Opfer Hansons ausgerechnet mit einem rockigen Uptempo-Song zu unterlege.


- Fazit -

Unabhängig einiger eindrucksvoller Landschaftsaufnahmen sowie einer herausragenden Performance von Vanessa Hudgens, handelt es sich bei "The Frozen Ground" um einen in fast jeder Hinsicht mittelprächtigen "True Crime"-Thriller, der trotz markanter Mängel in den Bereichen Suspense und Originalität im Großen und Ganzen aber dennoch relativ solide zu unterhalten weiß.

Wertung: 4|10

Durchschnittliche Userbewertung

5.4/10 Bewertung (5 Stimmen)

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verleihstart: 13. Dezember 2013
DVD Verkaufstart: 13. Dezember 2013

Publisher: Universum Film
Verpackung:
 Keep Case (Amaray) 
Wendecover: Ja

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 101 Minuten
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: 
- Deutsch für Hörgeschädigte

Extras

  • Tailer vor Menüstart
    *Byzantuim (01:47 mins)
    *Riddick (01:47 mins)
    *The Numbers Station (02:19 mins)
  • Featurettes
    *Frozen Ground : Unter der Lupe (02:57 mins)
    *Die Darsteller (10:01 mins)
    *Die Regie (02:12 mins)
    *Alaska (02:14 mins)
    *Schlussbemerkungen (01:52 mins)
  • Orginaltrailer (02:20 mins)
  • Tailershow
    *Enemies - Welcome to the Punch (01:54 mins)
    *The Call - Leg nicht auf! (01:33 mins)
    *Olympus Has Fallen - Die Welt in Gefahr (01:49 mins)
    *Redemption - Stunde der Vergeltung (02:06 mins)
    *Dead Man Down (02:20 mins)
    *Riddick (01:47 mins)
    *Byzantuim (01:47 mins)
    *Rush - Alles für den Sieg (02:16 mins) 

Kritik Extras
Das Bild der DVD ist in Ordnung, aber nicht optimal. Der Ton liegt nur in Dolby Digital 5.1 vor, für DTS hat es wohl nicht gereicht, eben so wie für weitere Sprachen. Als Extras gibt es einige Trailer zu verschiedenen Filmen und ein kleines Making-Of über den Film, die Darsteller/Regie sowie über den Ort selber. Interessant nicht unbedingt, dafür fallen die Schlussbemerkungen ganz plausible aus. Unter dem Strich fallen die Extras durchschnittlich aus aber immerhin bekommt man noch etwas Stoff über den Film geboten. Ist ja heutzutage nicht gang und gebe.

Wertung: 4|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

4.0/10 rating 1 vote
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