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Jul06

WER

WER

Originaltitel: WER
Herstellungsland: USA

Erscheinungsjahr: 2013
Genres: Thriller, Horror
Freigabe: unbekannt
Regie: William Brent Bell

Darsteller: A.J. Cook, Vik Sahay, Brian Scott O'Connor u.a.

Die erfolgreiche Anwältin Kate Moore (A.J. Cook) gerät an einen Angeklagten, der für den bestialischen Mord an einer Familie verantwortlich gemacht wird. Sie hält den Mann für unschuldig und übernimmt dessen Verteidigung. Allerdings behütet ihr Mandant ein schreckliches Geheimnis...

- Kritik -  

'Wer' von Regisseur William Brent Bell ('Stay Alive', 'Devil Inside') ist eine obskure und äusserst spannende Variation des Werwolf-Themas, welche das Sub-Genre des Werwolf-Horrors mit dem des Serienkiller-Thrillers kombiniert und so der schon oft erzählten Geschichte durchaus neue Impulse geben kann.
 
 
Durch den Found Footage/Mockumentary-Stil erfährt der Film zudem einen modernen Anstrich, der das Mittdendrin-Gefühl immens intensiviert und so den Zugang zum Geschehen und zu den Charakteren erleichtert. Was die Inszenierung anbelangt, so macht Bell keine Gefangenen, denn es geht äusserst blutig und brutal zur Sache. Es werden reihenweise Köpfe zermatscht, Kiefer ausgerissen, Arme und Beine abgetrennt und Körper zerfleischt, dass es dem geneigten Gorehound ein brachiales Grinsen ins Gesicht zimmert.
 
 
Doch nicht nur auf plakativer Ebene überzeugt der Film, auch die Location ist hervorragend gewählt. Die Handlung spielt in Frankreich, genauer in einem ländlichen Vorort von Paris, dessen wäldliche, teils sumpfige Landschaft nicht nur zufällig der aus dem Prolog des Werwolf-Klassikers überhaupt, 'An American Werwolf In London', gleicht. Hier wanderten zwei Rucksack-Touristen durch's schottische Hochmoor, wo sie prompt einem Werwolf zum Opfer fielen. Im Falle von 'Wer' ist es hingegen eine dreiköpfige Familie, die einen unbeschwerten Camping-Urlaub erleben will und stattdessen auf grausamste Weise von einer wilden Bestie zerrissen wird.
 
 
Da der Film in Teilen bei Nacht spielt (was auch sonst?!) und in den erwähnten Wäldern allerhand Getier kreucht und fleucht, erzeugt das schonmal per se Spannung, welche wiederum durch die gewählte Ego-Perspektive der zukünftigen Opfer und die unruhige aber nie unübersichtliche Kameraführung vehement gesteigert wird.
 
 
Endlich ist ein Werwolf-Horror wieder gleichzeitig unheimlich- gruselig und blutrünstig! Ein deutlicher Pluspunkt und größtenteils auch Verdienst des Debütanten und Hauptdarstellers- respektive Antagonisten- Brian Scott O'Connor, dessen schiere Größe, Masse und Körperbehaarung für ein permantes Unbehagen sorgt. So stellt Connors Präsenz mit Leichtigkeit das restliche, ansprechend- solide agierende Schauspielensemble, u.a. A.J. Cook ('Final Destination 2', 'Bloodsuckers') im wahrsten Sinne des Wortes mit Leichtigkeit in den Schatten.
 
 
Auch diverse, wohldosierte Actionszenen, die den Schwerpunkt jedoch nie zu extrem verlagern, sind attraktiv und mit genügend Tempo und Druck exekutiert, profitieren somit von der angesprochenen, dynamischen Kameraarbeit, die konsequent als gelungen betrachtet werden darf. Negativ ins Gewicht fällt hingegen die lediglich angedeutete, eigentliche Verwandlung zum Monster, quasi die Quint-Essenz dieser Art von Film und auch das Finale samt der eigenwilligen Konklusion des Werwolf-Mythos' ist je nach Gusto eher unfreiwillig komisch, was auch der stets stimmungsvolle Score nicht kaschieren kann.
 
 
Übrig bleibt William Brent Bells bisher gelungenster Horrorfilm, der zuvor mit seinem 'Devil Inside' wohl einen der schelchtesten Beiträge der letzten Jahre verbrochen hat. Man darf ergo von einer extremen Steigerung, von durchaus vorhandenem Potential des Regisseurs sprechen und das ist doch schonmal ein gutes Zeichen, welches für die Zukunft und evtl. auf eine tatsächlich wünschenswerte Fortsetzung von 'Wer' hoffen lässt.
 

- Fazit -

'Wer' ist ein ungeheuer spannender, kompromisslos brutaler Vetreter des Werwolf-Horrors, ein morbider Spaß mit leichten Abzügen in der B-Note, der sich durch die kreativ konzipierte Genre-Verknüpfung mit dem Serienkiller-Thriller wohltuend von der Masse abhebt und mit Hilfe des Mockumentary-Stils zusätzlich ein dynamisches Mittendrin-Gefühl erzeugt. Hier werden sowohl Gorehounds als auch Grusel-Liebhaber glücklich. Sehenswert!

Wertung: 7|10

Durchschnittliche Userbewertung

6.7/10 Bewertung (6 Stimmen)

 

- FACTS UND EXTRAS -

 

Bluray Verleihstart: 20.11.2014
Bluray Verkaufstart: 20.11.2014

Publisher: tba

Verpackung: tba
Wendecover: tba

Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: ca. 89 Minuten (inkl. Abspann)
Uncut: Ja

Ton:
tba

Untertitel:
tba

Extras
tba

Kritik Extras
Da der Film als Video On Demand Veröffentlichung gesichtet wurde, entfällt zunächst eine Bewertung der Extras und der Bild- und Tonqualität. Diese wird selbstverständlich nach Erscheinen der DVD bzw. Blu-Ray nachgereicht.

Wertung: x|10

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Ralf Enderlein

Ralf Enderlein

   

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