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Mai30

The Hateful 8

The Hateful 8

Originaltitel: The Hateful Eight
Herstellungsland: USA

Erscheinungsjahr: 2015
Genres: Western, Action, Thriller
Freigabe: FSK-12
Regie: Quentin Tarantino
Darsteller: Samuel L. Jackson, Kurt Russell, Jennifer Jason Leigh u.a.

Preis: EUR 14,99


 

Inhalt: Einige Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges: Ein Schneesturm zwingt acht dubiose Gestalten, Zuflucht in einer Herberge in der Abgeschiedenheit Wyomings zu suchen. Unter ihnen befinden sich der Kopfgeldjäger John Ruth (Kurt Russell), der unterwegs nach Red Rock ist, um seine Gefangene Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh) zum Galgen zu führen und die 10.000 Dollar an Belohnung einzustreichen, die auf ihren Kopf ausgesetzt sind, der Nordstaaten-Major Marquis Warren (Samuel L. Jackson), der sich ebenfalls als Kopfgeldjäger verdingt, Chris Mannix (Walton Goggins), seines Zeichens der neue Sheriff von Red Rock, ein in die Jahre gekommener General der Konföderierten (Bruce Dern), der örtliche Henker (Tim Roth), der Cowboy Joe Gage (Michael Madsen) und der Mexikaner Bob (Demian Bichir). Doch was anfangs noch wie eine zufällige Begegnung anmutet, wird schnell bitterer Ernst - denn nicht jeder ist das, was er vorzugeben scheint. Und während das gegenseitige Misstrauen langsam seinen Siedepunkt erreicht, und Ruth sich darüber den Kopf zermartert, wer wohl derjenige ist, der ihn in seinem Vorhaben stoppen will, wird eines klar: Auf alle Beteiligten wartet eine lange und blutige Nacht...

 


 

 



- Kritik -
    

THE HATEFUL 8 ist nicht nur als die achte Regiearbeit von Quentin Tarantino Anfang des Jahres im Gespräch geblieben, sondern auch wegen seiner Filmmusik von Ennio Morricone - sein erster vollständiger Western-Score seit 35 Jahren - und der Tatsache, dass der Film auf 70mm Filmmaterial gedreht wurde. Dies führte zu speziellen, asugewählten Vorführungen der sogenannten Roadshow-Fassung, auch in Deutschland. Diese Fassung läuft insgesamt knapp 20 Minuten länger und enthät neben einer Overtüre zu Beginn des Films und einer Intermission in der Mitte, sechs Minuten mehr Filmmaterial und teilweise alternative Takes. Auf DVD und Blu-ray erscheint heute von Universum Film aber erstmal nur die kürzere Kinofassung.

Wieder ein Western und wieder ein afroamerikanischer Hauptdarsteller. Ja auf den ersten Blick scheint THE HATEFUL 8 ein paar deutliche Gemeinsamkeiten mit Quentin Tarantinos letzter Regiearbeit, DJANGO UNCHAINED (USA 2012), zu haben. Doch wo Django Unchained viel mehr die Rache unserer titelgebenden Hauptfigur als Mittelpunkt hatte, findet man wohl auch das Rachemotiv in diesem Film, doch ist das Feld an Figuren größer und reichhaltiger. Lange Zeit bleibt ungewiss, wer was für Pläne im Kopf hat und wie den Figuren in der Hütte selbst, fällt es auch dem Zuschauer schwer einer Figur wirklich trauen zu können bzw. sich sicher zu sein, ob sie nun die Wahrheit spricht oder nicht. In der ersten Hälfte funktioniert das Rätselraten auch noch fast komplett ohne jegliche grafische Gewaltausbrüche. Erst in der zweiten Hälfte, wenn der Vorhang langsam fällt, wird es auch für Tarantino typisch auch etwas (übertrieben) blutiger, auch wenn es beispielsweise nicht in Richtung DJANGO UNCHAINED geht. Was bei Tarantino mittlerweile nicht mehr überraschen sollte ist die Tatsache, dass der Großteil über die Dialoge abgehandelt wird. Gemeinsam mit der ausgeklügelten Bildkomposition kann der Film wohl nicht ganz auf Gewaltspitzen verzichten, verlässt sich aber in seinen 2 1/2 Stunden vor allem auf die Figuren und ihre Zusammenspiel und lässt dabei trotz allem keine Langeweile entstehen.

Der Gros an Schauspielern auf die Quentin Tarantino zurückgreift ist bereits aus früheren Arbeiten von ihm bekannt. Die Mischung macht es dabei. Selbstverständlich genießen die Schauspieler die Dialogzeilen, die ihnen das Drehbuch vorgibt und sullen sich teilweise darin. Dies gilt vielleicht vor allem für Tim Roth, der wohl den schwersten Job von allen hat, muss er doch eine Rolle ausfüllen, in der viele eigentlich nur Christoph Waltz wiedererkennen wollen. Daran mag etwas stimmen, doch sollte man ihn völlig losgelöst von dieser Assoziation bewerten. Eine wirkliche Hauptfigur bzw. -figuren entwickelt der Film erst im Laufe seiner Spielzeit. Wirklich Sympathieträger fällt mitunter schwer. Eher das Attribut von Antihelden lässt sich auf den ein oder anderen anwenden. Darstellerisch gibt es, auch weniger überraschend, ansonsten nichts auszusetzen. Tarantino hat seine Schauspieler mal wieder exzellent auf ihre Rollen eingestimmt und jeder versucht in seinen Szenen das Beste aus sich herauszuholen..

Interessant an der Bildgestaltung von Kameramann Robert Richardson und Tarantino ist wie sie mit der Hütte als Haupthandlungsort die Erwartungen vieler Zuschauer widerlegen. Sie protzen nicht mit breitformatigen Landschaftsaufnahmen, nein sie nutzen das Formtat für Aufnahmen in der Hütte um in einer Einstellung mehrere Punkte im Bild mit Handlungen zu füllen. Egal wo sich gerade der Fokus des Films befindet, im HIntergrund läuft immer etwas ab. Auch wenn eine der dramaturgisch wichtigsten Handlungen im Hintergrund nicht vorab gezeigt wird, sondern erst später mit Hilfe des Erzählers Erwähnung findet. Leider ist dieser inszenatorischer Kniff auch von der Größe des Bildschirms oder der Leinwand abhängig. Tarantino ist es wirklich gelungen einen Film zu schaffen, der am Besten im Kino funktioniert. Weil er das größere Format nicht zu einem Gimmick macht, wie viele Filme das 3-D nutzen, sondern aktiv für seine Inszenierung nutzt. Die Musik von Ennio Morricone hält auch Überraschungen bereit, denn nicht nur ist die Ausrichtung teilweise eher auf die Krimihandlung des Films aus, anstatt Westernscore-"Klischees" zu bedienen, die Morricone selbst mal geschaffen hat, und zusätzlich haben auch ungenützte Score-Stücke aus Morricones Komposition zu John Carpenters THE THING (Das Ding aus einer anderen Welt (USA 1982) ihren Weg in den fertigen Film gefunden.

  

- Fazit -  

Auch auf DVD immernoch ein Genuss. Die bereits bekannte Story lädt dann wohl nicht mehr zum Miträtseln ein, aber die gut aufgelegten Schauspieler und die versierte Regie sind immer wieder eine Sichtung wert. Deutlich wird aber auch, dass der Film im Heimkino den Glanz und die Größe der 70mm-Projektion vermissen lässt. Anders als bei 3-D ist die visuelle Opulenz des FIlms wirklich nur im Kino erlebbar. Auch das Fehlen der Ouvertüre und Intermission sind kleinere Schönheitsfehler, welche kommende Veröffentlichungen aber noch ausmerzen könnten, auch wenn Tarantino ursprünglich gesagt haben soll, dass die Roadshow-Fassung ausserhalb des Kinos wenn nur mal im Fernsehen gezeigt werden soll. Abwarten..

Wertung: 7,5|10

Durchschnittliche Userbewertung

8.5/10 Bewertung (2 Stimmen)

 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verkaufstart: 30. Mai 2016
DVD Verleihstart: 30. Mai 2016

Publisher: Universum Film

Verpackung: Keep Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Bild: 2,76:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 161 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
- Deutsch

Extras:

  • Featurette: Beyond the 8: Ein Blick hinter die Kulissen (4:58 Min.)
  • Featurette: Der Zauber von 70 mm (7:32 Min.)

Kritik Extras
Viel Mühe hat man sich bei den Extras nicht gegeben. Der knappe Blick hinter die Kulissen hat leider mehr Promo-Charakter und das Featurette über den Zauber von 70mm war schon vor Kinostart im Internet zu finden. Für Zuschauer, die es aber noch nicht gesehen haben, selbstverstndlich informativ über das 70mm Format und generell de Roadshow-Prinzip aufgeklärt zu werden.

Wertung: 3|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

3.0/10 rating 1 vote
Manuel Föhl

Manuel Föhl

   

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