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Mär01

PS4 Kritik: Anthem

PS4 Kritik: Anthem

Originaltitel: Anthem
Entwickler: BioWare, Motive Studios
Plattformen: PlayStation 4, Xbox One, PC
Genre: Third-Person, Action, SciFi, Rollenspiel

Freigabe: FSK-16
Mehrspieler:
Ja, 1-4
Spielzeit: ca. 21 Stunden (22 Kampagne-Missionen, 15 Agenten-Missionen, 5 Agenten-Aufträge, 5 Heldentaten, ein Legendären Auftrag)

Getestete Version: Deutsche Digitalversion (1.04)
Hardware: PS4 Pro, Sony KD65XF7596, Sony BDVN8100WB 5.1 Heimkinosystem

Wir danken Electronic Arts für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


 

Inhalt: In einer Welt, die von den Göttern unvollendet hinterlassen wurde, bringt eine finstere Fraktion die gesamte Menschheit in Gefahr. Allein die Freelancer stehen zwischen diesem Feind und der uralten Technologie, nach der er sucht. Kämpfen Sie an der Seite von bis zu drei weiteren Spielern und rüsten Ihren mächtigen Hightech-Kampfanzug individuell auf. Erkunden Sie weitläufige Ruinen, bekämpfen tödliche Gegner und gelangen in den Besitz fremdartiger Artefakte. Mission für Mission gewinnen Sie und Ihr Javelin-Kampfanzug an Stärke. Wehren Sie sich gegen die Gefahren einer sich ständig verändernden Welt. Erheben Sie sich mit anderen gegen das Böse. Triumphieren Sie als Einheit. Anthem entführt Sie in ein kooperatives Action-MMO, in eine neue und mysteriöse Welt von BioWare und EA.

 


 

 


Kritik: "Anthem" ist ein Action-Rollenspiel von der Entwicklerschmiede BioWare ("Dragon Age – Inquisition", "Mass Effekt - Andromeda"), das in einer offenen Welt stattfindet, in welcher der Spieler die Rolle eines Freelancers einnimmt und in gepanzerten Exoskelett - hier Javelin genannt - durch die Luft schweben kann. Insgesamt gibt es im Spiel zunächst vier Javelins (Ranger, Interceptor, Storm und Colossus), die sich in ihren Eigenschaften auch deutlich unterscheiden, wobei sich der Spieler zu Beginn für einen Typ entscheiden muss. Die drei anderen Modelle werden mit dem Spielverlauf freigeschaltet, sobald der Spieler ein bestimmtes Level erreicht hat. In zukünftigen Erweiterungen soll es neue Javelins und auch neue Spielinhalte geben. Das Spiel beinhaltet einen Einzelspieler-Modus und einen kooperativen Mehrspieler-Modus, den man mit bis zu vier Gruppenmitgliedern spielen kann. "Anthem" ist auf auf diesem kooperativen Ansatz auch bewusst aufgebaut. Es gibt keine Gefechte zwischen Spielern (PvP), aber gemeinsame Kämpfe innerhalb der Umwelt gegen Gegner bzw. im Rahmen der Story (PvE). Neben der eigentlichen Story ist die Welt von "Anthem" frei erkundbar. In diesem Rahmen gibt es immer wieder verstreute Weltereignisse (Kurzmissionen), ebenso können tägliche, wöchentliche und monatliche Quests und Raids auf bislang drei Festungen unternommen werden. Besonders die Raids bieten die Möglichkeit, wesentlich mehr Erfahrungspunkte und Loot zu sammeln. Loot wiederum kann zur Verbesserung der eigenen Javelins genutzt werden (bessere Waffen, Panzerung und Fähigkeiten u.s.w.), da der Javelin weitgehend konfigurierbar ist. In Zukunft soll das Spiel mit weiteren Inhalten versorgt werden. "Anthem" erschien am 22.02.2019 für PlayStation 4, Xbox One und PC. Ob das Action-Rollenspiel auch die Erwartungen erfüllt und sein Potential im Koop mit MMO-Elementen weiter entfalten kann, steht auf einem anderen Blatt und wird im laufe der Besprechung noch ausführlich thematisiert.

Mit "Anthem folgt die Entwicklerschmiede Bioware den Fußstapfen von Spielen wie "Destiny 2" und "Warframe" und hat einen Third-Person-Action-Rollenspiel entwickelt, der mit einem Ziel vor Augen entwickelt wurde, die Spieler in eine nahezu endlose Schleife aus Schießen und Plündern zu ziehen. In mancher Hinsicht ist "Anthem" in diesem Bestreben absolut erfolgreich. Es gibt Momente, in denen man in seinem gepanzerten Exoskelett - hier Javelin genannt - durch die Luft schwebt  (begrenzt durch die Überhitzung der Düsen) und auf seine Feinde niederregnet. Da ist es schwer, nicht beeindruckt zu sein von dem, was erreicht wurde. Es gibt Momente, in denen sich der Kampf grandios anfühlt und visuell unglaublich gut ausschaut. "Anthem" ist ein wunderschönes Spiel voller elegant gestalteter Orte, die es zu erkunden gilt. Und die Welt von "Anthem" ist wie bereits erwähnt ohne Zweifel liebevoll und exotisch gestaltet. Aber nicht nur das, dank der lebhaften Welt bekommt man auch andere Lebewesen, sei es kleine Insekten, Flugwesen, Wasserwesen oder Landlebewesen eine dichte Vielfalt an Leben in der Welt geboten. Leider ist die Welt nach einiger Zeit recht eintönig, da es außer dem Dschungel-Setting (inkl. Höhlen) kein weiteres Landschaftsareal gibt. Es sieht zwar alles fantastisch aus, aber abseits des Dschungel-Settings hätte man noch 2-3 weitere Gebiete einbauen müssen, damit die nötige Abwechslung gewährleistet werden kann. Die Gegner sind detailreich und wirken bedrohlich, die Javelins sehen knallhart aus und das Fliegen ist ein Vergnügen und das Fluggefühl und die mittlerweile verbesserte Steuerung ist hervorragend umgesetzt. Die Charaktere, mit denen man spricht, sind - abgesehen von ein paar wackeligen Animationen - realistisch und sympathisch. Die Entwicklerschmiede hat ein wunderschönes Spiel entwickelt, das aus visueller Sicht zu überzeugen weiß.

Die Geschichte schickt einem in die Rolle eines namenlosen Freelancers, der mit nichts anderem als der Rettung der Welt beauftragt ist. Mit einer bunten Vielfalt von Charakteren an der Seite und viel schmalz im Ohr dank der bedürftigen Menschen, die auf diesem seltsamen Planeten leben und auf die Kampfkraft der Freelancern angewiesen sind. In der Geschichte rundum "Anthem" ist ein Feind aufgetaucht - der weniger überraschend -  auf die Weltherrschaft aus ist. Wie oben bereits erwähnt, gibt es vier verschiedene Klassen (Javelins) die man spielen kann: Der Ranger wird der Allrounder, der besonders vielseitig einsetzbar wird. Alle Spieler starten in Anthem mit dem Ranger. Der Colossus wird ein wandelnder Geschützturm, der Kanonen und Flammenwerfer dabei hat. Er kann auch die Rolle des Tanks erfüllen. Der Storm wird eine Magier-Klasse und nutzt Elementar-Angriffe, wie Feuer und Eis. Er kann länger schweben als die anderen Klassen. Der Interceptor ist für den Nahkampf gedacht und erfüllt die Rolle des Assassinen. Seine Stärke liegt im Töten von einzelnen Zielen. Trotz der unterschiedlichen Ausgangspunkte können die Javelins in einem angemessenen Umfang personalisiert werden, mit Platz für Granaten, zwei Waffen, einen ultimativen Angriff und einigen zusätzliche Upgrades. Ebenso lassen sich die Javelins ganz individuellen Gestalten. Man kann die Rüstung mit verschiedenen Materialien und Farbgestaltungen optimieren, die als In-Game-Shop Feature geboten werden. Die vier Javelins spielen sich alle unterschiedlich und es macht auch Spaß die verschiedenen Vor- und Nachteile zu testen. Die Javelins kann man auch zwischen den Missionen austauschen. Das Gameplay ist ziemlich simpel, obwohl es eine Geschichte gibt, die den ersten Durchlauf durch das Spiel unterstützt. Einfach ausgedrückt hat man die Aufgabe, zu einer Stelle zu fliegen, dort alles zu töten und dann die Beute aufzusammeln, die die Feinde liegen lassen. Es ist ziemlich unkompliziert und nicht besonders inspiriert, aber zumindest weiß man, was man bekommt. Und natürlich liegt der Schwerpunkt auf Teamplay mit Freunden. Allerdings funktioniert das soziale Element nicht immer zum Vorteil der Spielerfahrung. Wenn du aus irgendeinem Grund zurückfällst, wirst du bei der nächsten Begegnung automatisch zum Team gespawnt, ob es dir gefällt oder nicht. Ebenso, wenn ein Teamkollege eines der leichten Rätsel löst. Wenn du nicht aufpasst, wirst du keine Ahnung haben, wie du durch diesen Abschnitt gekommen bist.

Während die Waffen selbst dank ihres förmlich einfachen Designs im Allgemeinen ziemlich langweilig daher kommen, wurde hingegen die Spielwelt grandios und atemberaubend inszeniert. Man bekommt eine sehr schöne Weitsicht und eine wundervolle Grafik geboten. In dem Punkt hat die Entwicklerschmiede richtig gute Arbeit geleistet, da man selten so ein Panorama-Blick geboten bekommt. Hingegen fällt das Missionsdesign nicht besonders inspirierend aus und man bekommt auch nicht viel Abwechslung geboten. Alle Missionen gleichen sich sehr stark. Fliege nach A und töte die Gegner, fliege dann zu B und töte die Gegner, fliege zu C und töte den Endgegner oder die letzte Gegnerwelle. Unterbrochen wird diese Monotonie von fliege zu X und halte den Punkt eine x-beliebige Zeit. Loot-Spiele haben zwar fast alle die selbe Spielmechanik, da die Gegner-Eliminierung der Kern jedes dieser Spiele ist. Der Trick besteht aber darin, den Spieler durch den Aufbau der Mission, feindliches Gegnerverhalten, gewisse Zwischenereignisse und Wendungen nicht merken zu lassen, dass er eigentlich immer dasselbe tut. Bei "Anthem" macht es Spaß, Gegnerwellen zu bekämpfen bis man nach einiger Zeit merkt, dass es wirklich keinen Unterschied macht, da die Missionen ohne Wendungen bleiben und sie nichts Überraschendes parat halten. In diesem Bereich, könnte die Entwicklerschmiede mit neuen Content im Laufe der Zeit kreativ nachbessern, wenn mehr Inhalte hinzugefügt werden. Immerhin fallen die Gefechte sehr dynamisch aus und machen in einer Gruppe viel Spaß. Die Story und die Dialoge, die normalerweise der Grundstein für eine Spannende Story abseits der Action ist, wurde hier auf das Wesentliche reduziert, mit Zwei-Wahl-Gesprächen statt mit verzweigten Dialogbäumen. Obwohl man die tiefgründigen Dialogbäume bevorzugen würde, ist dieser neue Ansatz nicht ohne Bedeutung. Zum einen gibt es einige lustige Charaktere, die darauf warten, entdeckt zu werden und zum anderen sind sie meist gut geschrieben und kompetent aufgeführt. Aber die Konsequenz dieser Verschiebung ist, dass diejenigen, die sich nach einem Spiel sehnen, das auf Ursache und Wirkung basiert, eben jenes hier nicht finden werden. Die Geschichte füllt die Lücken zwischen den Aktionen. Man kann es größtenteils genießen und sich von den Dialogen leiten, aber der Kontext reizt einem zu sehr und vor allem zu oft aus dem Spielerlebnis heraus. Es hilft nichts, wenn die Dialoge zusammen mit allen Ladezeit das Tempo aus dem Erlebnis heraussaugt. Die meiste Zeit ist man nur darauf beschränkt, langsam herumzulaufen und die NPC's zu besuchen, die herumstehen und darauf warten, ihre Textzeilen abzuliefern. Es ist auch nicht ein Ort, um mit deinen neu gefundenen Freunden zu plaudern, dieser ist eine Ladezeit entfernt. Man muss auch nach jeder abgeschlossenen Aufgabe zu den NPC's zurückkehren, auch wenn man eigentlich wieder direkt zurück in die Action eintauchen möchte. Das Schneckentempo in der Basis, um neue Missionen zu bekommen, ist auch ein wenig frustrierend. Die Hauptkampagne leidet auch unter Tempo-Problemen. Der mittlere Akt ist eine absolute Herausforderung, bei der man eine Reihe von Zielen z.B. Öffnen von Truhen und das Abschließen von Weltereignissen im Freispiel erfüllen muss, um die Geschichte voranzubringen. Es wirkte, als würde man absichtlich das Spiel in die länge ziehen wollen.



Sobald die Geschichte abgeschlossen ist, kann man natürlich die Schwierigkeit auf den Großmeister hochdrehen und legendäre und so genannte Meisterwerk-Waffen sammeln. Diese sind etwas interessanter als die normalen Waffen, aber nicht genug, um ständige Wiederholungen unerlässlich zu machen. Das Spiel ist sicherlich mit Blick auf wiederholte Sessions konzipiert, sobald die Kampagne beendet ist. Es gibt zwei zusätzliche Schwierigkeitsgrade, zwei weiteren Festungen, die es zu bewältigen gilt, neue Herausforderungen und wiederspielbaren Versionen früherer Missionen. Ob man immer wieder zurückkehren möchte, ist eine andere Sache. Es gibt eine Fülle von Informationen über die Handlung, vieles wird nicht nur über Dialoge kommuniziert, sondern sind in Kodex zu finden, aber warum man dies so gesplittet hat, bleibt wohl ein rätsel, gut gelöst, sieht jedoch anderes aus. Das Spielkonzept hingegen basiert auf drei simplen Elementen: Bewegen, Schießen und Grinden. Die Bewegungen in Form von Fliegen und Laufen sind großartig in Szene gesetzt. Das Schießen unter Zuhilfenahme eines Umfangreichen Arsenals und unterschiedlichen Fähigkeiten z.B. Blitze, Eis oder Feuer macht richtig Laune. Der Setup des Spiels motiviert, die eigene Ausrüstung stetig zu verbessern und stets weiterzumachen.  Die akustische Kulisse, seien es Kampfgeräusche oder das Fliegen runden das Erlebnis positive ab. Alle Dialoge im Spiel sind deutsch vertont und mit sehr guten Sprecher versehen. Sie verleihen dem Spiel etwas Tiefe und sind teilweise recht witzig erzählt z.B. bittet einem ein der Fort-Bewohner um Unterstützung bei der Einführung von Sicherheitsbestimmungen im Fort. Daraufhin plaudert er aus dem Nähkästchen über Unfälle, die vor Kurzem geschehen sind. Das hat zwar keine Auswirkungen auf das Spiel, aber fallen allesamt recht unterhaltsam aus. Auch hier wurde gute Arbeit geleistet. "Anthem" will auch kein Einzelspiele-MMO sein, es ist ein Action-Rollenspiel mit MMO- und Loot-Elementen. Um hier einen erzählerischen Rahmen zu stecken, ist die Story i.d.r. völlig ausreichend und gut gelungen. 

Natürlich liegt der Schwerpunkt bei diesem Action-Rollenspiel sehr stark auf Teamarbeit und kooperativer Zusammenarbeit. Selten bekommt man so eine schnelle und reibungslose Gruppen suche in einem Spiel geboten. Wenn mal ein Spieler aufgrund eines Fehlers oder aus Eigeninitiative das laufende Spiel verlässt, wird sofort ein Ersatz gesucht. Es gibt viele Orte, die darauf warten, entdeckt zu werden. Man kann die Missionen ohne allzu große Schwierigkeiten mit dem regulären Schwierigkeitsgrad durchlaufen, aber sobald man die Herausforderung angetreten hat, wird man definitiv den Nutzen einer koordinierten Planung spüren. Einige der größeren Feinde sind in den härteren Umgebungen echt hart, wobei sich die monströsen Titanen ein wenig zu übersteuert rüberkommen. Dennoch funktioniert der Kampf gut. Die Action ist schnell und spannend inszeniert und einige der Kampfbegegnungen sehen sehr spektakulär aus. Aber es ist schade, dass es in Bezug auf die Missionsstruktur keine größere Vielfalt gab. Ebenso fällt der Verlust eines PvP-Modus stark ins Gewicht. Auch wenn dieser ggf. noch folgen soll, würde dieser Modus noch ein gewissen Mehrwert bieten und für Abwechslung abseits des PvE's sorgen. Es fällt auch ins negative, dass es ein paar technische Probleme gegeben hat, die die Spielerfahrung behindert hat und immer noch anliegt. Dazu gehörten Abstürze und Bugs die im Spiel erfolgen. "Anthem" ist bei weitem nicht perfekt, verfügt aber über das Potential ein perfektes Spiel zu werden. Wir dürfen demnach gespannt sein, ob die kommenden Erweiterungen den Titel den nötigen Schub gewährleistet, den der Titel unbedingt braucht, um wieder anklang bei der Spielgemeinde zu bekommen.

Leider gibt es bis Version 1.03 noch sehr viele Bugs und es sind immer noch sehr viele Baustellen offen. Natürlich hat jedes bisher veröffentlichte Spiel dieser Größe einige Fehler, aber gerade bei den wichtigen Punkten versagt das "Anthem" leider regelmäßig: Verbindungsabbrüche und Verbuggte Missionen. Das lässt sich natürlich nach geraumer Zeit durch dv. Patches beheben. Aber noch schlimmer dabei ist das Fehlen sämtlicher Informationen im Inventar z.B. Wie hoch ist der Schaden, die Chance auf kritische Treffer, das Leben des Javelins. Sobald man einen Gegenstand im Inventar austauscht, kann man nur über die positiven und negativen Änderungen mutmaßen. Störend ist dabei auch, das einige Informationen zu den Gegenständen nicht immer ersichtlich sind. Eine tabellarische und numerische Anzeige über den Javelin gibt es einfach nicht. Aber der größte Manko sind die Ladezeiten. Der letzte Patch hat zwar schon für eine Besserung gesorgt, aber trotzdem sind die meisten Ladezeiten einfach nur unverständlich und nervig. Die Entwicklerschmiede sollte mal erklären, warum man am Ende einer Mission gleich mehrfach einen Ladebildschirm sieht. Es sollte ja möglich sein, die Punktevergabe, Fort Tarsis, den Hub oder die Schmiede in einem Durchgang zu laden. Man kann da nur hoffen, dass ein Patch dieses Problem für den Endverbraucher angenehmer löst, den so frustet das schon und nagt am Spielerlebnis. Wer einige Videospiele gespielt hat, der weißt, dass man mit der Zeit alle Gegnertypen aus dem Spiel kennengelernt hat. Bei "Anthem" gilt, dass man diese bereits nach ein paar Stunden kennengelernt hat. Von Vielfalt zu sprechen wäre hier völlig unangebracht. Ein Endgame gibt es auch nicht so wirklich. Die täglichen, wöchenlichen und monatlichen Aufgaben erledigt man nebenher. Die Festungen fallen leider sehr überschaubar aus. Die erste Festung thematisiert die Scars inkl. Boss der grandios implementiert wurde und die andere Festung wirkt leicht recycelt und thematisiert die Dominion. Der Unterschied im Endgame liegt nur darin, das man höhere Schwierigkeitsgrade aktivieren kann. Wer jetzt aber erwartet, das die Bosse oder auch schon einige bessere Endgegner hier neue Fähigkeiten, Techniken oder Effekte besitzen, wird enttäuscht. Die Gegner haben je nach Schwierigkeitsgrad nur mehr Leben und machen mehr Schaden.

Fazit: Unterm Strich erfüllt "Anthem" zum teil die Erwartungen. Der Endverbraucher bekommt ein wunderschönes Action-Rollenspiel geboten, wo die Story abseits der grandiosen und atemberaubenden Spielwelt leider etwas ins straucheln gerät und ihr Potential nicht richtig entfalten kann. Der geringe Umfang und die viele Bugs überschatten ein eigentlich gut gemachtes Action-Rollenspiel mit vielen Kritikpunkten. Der Entwicklerschmiede muss sich im Klaren sein, dass das Spiel noch unfertig ist, denn zig Erweiterungen sind bereits angekündigt und folgen bereits in kürze, wo der Eindruck entsteht, dass diese Inhalte von Anfang an in das fertige Spiel gehörten, man selber aber durch kostenlose Erweiterungen das Image aufpolieren möchte und letztendlich im Kauf nimmt, dass Spiel erst zu einem späteren Zeitpunkt zu komplettieren. Der Content ist jedenfalls im Moment sehr schwach und muss zwingend erweitert werden. Wenn das nicht geschieht, geht "Anthem" vollkommen unter, da eine atemberaubende Spielwelt nicht alles ist. Es ist möglich, dass "Anthem" in einem Jahr vom Umfang ganz anders ausfällt und ein gelungenes Action-Rollenspiel darstellt, der mehr und vor allem bessere Missionen aufweist, mit einem überarbeiteten und erweiterten Loot, der letztendlich weiter zu motivieren weiß. Das Potential dafür ist zweifellos vorhanden, man muss den Titel nur noch mit Inhalt füttern und die Fehler ausmerzen.

Bewertung: 7|10

Grafik:
 (10/10)

Sound:
 (9/10)

Einzelspieler:
 (6/10)

Steuerung:
 (10/10)

Mehrspieler:
 (8/10)

Durchschnittliche Besucher-Wertung

7.5/10 Bewertung (2 Stimmen)

 


Verkaufstart: 22. Februar 2019

Publisher: Electronic Arts
Entwickler:
BioWare, Motive Studios
Homepage: www.ea.com/de-de/games/anthem

Verpackung: - (Digital Content)
Anzahl Disk: - (Digital Content)
Wendecover: - (Digital Content)

Bild: PAL HD 720p,1080i,1080p
Spiel-Engine: Frostbite 3
HDR: Nein

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)
3. Französisch (Dolby Digital 5.1)
4. Italienisch (Dolby Digital 5.1)
5. Spanisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: 
- Deutsch
- Englisch
- Italienisch
- Französisch
- Spanisch
- Russisch
- Portugiesisch (Brasilien)
- Polnisch

Spielzeit: ca. 21 Stunden (22 Kampagne-Missionen, 15 Agenten-Missionen, 5 Agenten-Aufträge, 5 Heldentaten, ein Legendären Auftrag)
Mehrspieler: Ja, 1-4
Internet notwenig: Ja
Installation/Größe:
Ja / 40920 MByte
Schwierigkeitsgrad wären des Test: 
Trophäen/Anzahl:
 Ja / 47
Schwierigkeitsgrad für die Trophäen: Leicht
Langzeitmotivation: Hoch
In-Game-Käufe: Ja
Besonderheit: Kostenlose DLC's bereits inkludiert, PlayStation Plus notwendig

Pro
 Grandiose und atemberaubenden Spielwelt 
Vier unterschiedliche Javelins
 
Hohe Bewegungs- sowie Kampfdynamik dank Jetpack
Packende Soundkulisse
Lebhafte Spielwelt dank aktive Lebewesen
 Gespräche mit A- und B-Antwortmöglichkeiten sowie Konsequenzen
Präzise Steuerung
Sehr gute deutsche Sprachausgabe
 Gutes Matchmaking
 Echtgeld-Einsatz nur für kosmetische Veränderungen

Contra
 Zahlreiche Bug, Lags und Server-Abbrüche
 Hohe Ladezeiten
Mangel an Inhalten
Umgebung könnte abwechslungsreicher sein
 Kein PvP-Modus

Kritik Extras, DLCs, Spielzeit, Tops/Flops, Schwierigkeitsgrad und Trophäen
"Anthem" beinhaltet ein Einzelspieler-Modus (Freies Spielen) und ein Koop-Modus, der uns hauptsächlich Unterhalten soll. Einige geplanten kostenlosen DLC's soll darüberhinaus das Abenteuer rundum "Anthem" noch interessanter und umfangreicher gestalten."Anthem" soll nach der Veröffentlichung ständig mit kostenlosen Inhalten erweitert werden. Wie ein DLC-Fahrplan zeigt, kommt die erste Erweiterung früher als gedacht. Dieser zeigt, dass es bereits im März mit den ersten, kostenlosen DLC's weitergeht. Die ersten neuen Inhalte kommen also einen Monat nach der Veröffentlichung des Spiels. Während der Beta-/ bzw. Demo-Phase sorgten sich viele Spieler wie es mit "Anthem" weiter gehen soll. Nach der Test-Phase entstand die Befürchtung, dass "Anthem" nicht genug Abwechslung bieten würde und schnell den Wiederspielwert verlieren würde. Die Entwicklerschmiede BioWare versprach hingegen, dass sie schnell neue Inhalte liefern würden. Dieses Versprechen scheint die Entwicklerschmiede nun früher einzuhalten, als man es hätte ahnen können. Denn der erste DLC hat es bereits in sich: Auf dem DLC-Fahrplan ist gut zu erkennen, dass die Updates von "Anthem" in Akte unterteilt sind. Im März startet Akt 01: "Echos der Realität". Danach soll es wohl zu einem unbestimmten Zeitpunkt mit Akt 02 weitergehen. Der erster Akt von "Anthem" ist hingegen in drei Updates eingeteilt: Update 01: "Eine Welt im Wandel", Update 02: "Gemeinsam Stärker" und Update 03: "Der Cataclysm". Die Updates beinhalten u.a. neue Events, Komfort-Verbesserungen, neue Belohnungen, erweitertes Fortschritts-System, neuer Stronghold, Gilden und Leaderboards, neue Missionen, den Cataclysm. Die Entwicklerschmiede betonte breits, dass "Anthem" ständig im Wandel sein soll. Durch große Events, können sich die Karten und die Geschichte erheblich verändern. So kann etwa entweder ein ganzer Berg von der Karte verschwinden oder es werden neue Charaktere eingeführt. Die Entwicklerschmiede hat für "Anthem" ein breites Spektrum an Events vorbereitet. Diese werden wohl durch die großen Akte ins Spiel gelangen. Der Cataclysm wird vermutlich der Höhepunkt eines Akts. Es sollen immer wieder Hinweise auf das große Ding eingestreut werden, das kommt. Auf diese Weise möchte man auch eine lange, interaktive Geschichte erzählen. So möchte man den Spieler einen hohen Wiederspielwert bieten. 
"Anthem" verfügt über automatische Speicherpunkte, die im Spielverlauf automatisch erfolgen. Manuelles Speichern ist nicht möglich. Die automatischen Speicherpunkt liegen human, scheitert man z.B. an einer Stelle, dann wird man kurz vor dem Scheiterpunkt gespawnt und man kann sein Abenteuer ohne viel Vorlauf fortsetzen. "Anthem" hat 6 Schwierigkeitsstufen, die Schwierigkeit legt man selbst fest. Je höher die Schwierigkeit, desto wahrscheinlicher erhaltet man seltene Beute. Gegner bekommen mehr Lebenspunkte und verursachen mehr Schaden. Die Schwierigkeitsstufen sind: Leicht, Normal, Schwer, Großmeister 1, Großmeister 2 und Großmeister 3. Großmeister wird das Endgame bestimmen. Das Endgame nennt sich in Anthem „Elder Game“ und findet in der Schwierigkeit Großmeister statt. Ab Level 30 steht einem Großmeister zur Verfügung. Demnach ist für jedem Spieler ein optimaler Schwierigkeitsgrade vorhanden. Die Trophäen sind gut ausbalanciert und Leicht zu erhalten. Um alle Trophäen zu erreichen, ist eine Playstation Plus Mitgliederschaft notwendig, da einige Trophäen Online zu bekommen sind. Die Spielzeit für die Kampagnen fallen mit ca. 11 Stunden gut aus. Wir haben dabei 22 Kampagne-Missionen, 15 Agenten-Missionen, 5 Agenten-Aufträge, 5 Heldentaten, ein Legendären Auftrag sowie unseren Javelin auf Stufe 30 von 30 gelevelt. Mit dem geplanten DLC's die kostenlos dem Endverbraucher zu Verfügung gestellt wird, bekommt man noch einen ordentlichen und stimmigen Umfang geboten, der für weitere Spielstunden sorgen wird und auch bitter notwendig ist. Wir sind jeden Falls begeistert, dass an dem Titel noch weiter gearbeitet wird und man zeitnah und stetig mit weiterem Content versorgt wird.

Bewertung:10|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

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Pascal Müller

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